König Konrad I. stammte aus der Familie der Konradiner, einer fränkischen
Grafenfamilie, deren Herrschaft sich zu Beginn des 10. Jahrhunderts über das gesamte
Gebiet des heutigen Bundeslandes Hessen und darüber hinaus erstreckte. Im Stammesgebiet
der Franken hatten die Konradiner zu dieser Zeit unbestritten die Führungsposition
inne und zählten auch auf der Reichsebene zu den einflussreichsten Kräften in Ostfranken.
In der Wilinaburg zu Weilburg, dem Stammsitz der Familie, wurde Konrad etwa
um 880/885 als ältester Sohn des Grafen Konrad d. Ä. geboren. Ihm folgten die Brüder
Eberhard und Otto sowie eine Schwester, deren Name nicht bekannt ist.
Der ursprüngliche Herrschaftsraum der Konradiner lag wohl im fränkischen
Siedlungsgebiet an Maas und Mosel und konzentrierte sich insbesondere in der Region um
Trier. Von dort aus stießen sie in das mittlere Rheintal und bis zur oberen Lahn hin vor. Das
erste urkundlich (832) im Lahngebiet sicher nachweisbare Mitglied dieses Geschlechts ist
Gebhard, Graf im Niederlahngau. Angehörige des Geschlechts an hervorragender
Stelle im Reichsregiment mitwirkten, konnten sie ihre Herrschaft konsolidieren und
erweitern. So verfügte schließlich Konrad der Ältere, der Vater von König Konrad, über die
Grafschaften im Oberlahngau, im Hessengau, im fränkischen Gozfeld und im Wormsfeld.
Seine Brüder Gebhard und Eberhard bekleideten die Grafenämter in der Wetterau, im oberen
Rheingau und im Niederlahngau.